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St. Leoner See – von Astrid Keste

Manchmal haben Dienstreisen positive Nebenwirkungen.

Während einer Dienstreise nach Karlsruhe stellte sich heraus, dass es auch dort begeisterte Taucher gibt (die dortige Uni hat einen großen Tauchclub). Also wurde nicht lange überlegt, man verabredete sich für das 2. Maiwochenende zum Tauchen.

Das Wetter war uns zwar nicht gut gesinnt, denn nach den herrlichen 2 Wochen kam just an dem Wochenende der Regen. Aber das schreckt Taucher bekanntlich nicht ab.

Das Ziel war der St. Leoner See ( www.st.leoner-see.de) nördlich von Karlsruhe. Der Ort liegt an der A6, nicht weit von Sinsheim, Hockenheim und Heidelberg.

Der See ist ein Naherholungsgebiet mit Campingplatz, Wasserskianlage, Restaurants und großem Parkplatz. Der See selber ist ein alter Baggersee, etwa so groß wie der Dechsendorfer Weiher. Auf der einen Seehälfte wird eine Wassserskianlage betrieben, die an den Wochenenden ab 12.00 öffnet. Wer also die rechte Seehälfte erkunden möchte, muss dies vor 12.00 tun.

Der Einstieg erfolgt beim Badestrand über eine Stufe (super zum Anziehen der Flossen) und wird dann relativ schnell tief.

Überraschend war die Tiefe des Sees, wir sind bei 19 Meter umgekehrt (es war kalt und dunkel). Anwesende Taucher habe bestätigt, dass es bis 21 Meter geht.

Der interessante Teil ist aber der Bereich 3 bis 10 Meter. Die Sicht war so um die 3 Meter, allerdings ist der Grund schlammig, ohne gute Tarierung ist die Sicht 10cm!!

Am Ufer ragen alte Äste ins Wasser, die mit Algen bewachsen sind und gute Verstecke für alle möglichen Fische bieten. Der See ist auch für Angler zugelassen, Fischer haben Fische eingesetzt. Neben kleineren Barschen und Weißfischen hatten wir die Ehre einem Aal und einem Krebs zu begegnen. Und überall waren Kaulquappen. Es wurden auch schon Hechte und Waller gesehen, aber leider nicht von uns.

Dank des super Anzugs der Divingworld Kirsch habe ich es 45 min im ca. 10° C kalten Wasser ausgehalten, dann ist es im Gesicht kalt geworden.

Ich hätte gerne noch die andere Seehälfte erkundigt, aber wir hatten nur 1 Flasche pro Person (wir hatten nicht geplant, so lange zu tauchen). Außerdem war die Luft fast genauso kalt wie das Wasser, keiner konnte sich mit der Idee anfreunden nochmal in die nassen Anzüge zu steigen.

Im Nachbarort haben wir beim Vorbeifahren einen Tauchshop gesehen, wir haben allerdings nicht angehalten. Kann also über die Infrastruktur (Füllanlage, Ersatzteile) keine Auskunft geben.

Hotels gibt es in der Umgebung wie Sand am Meer, St. Leon-Rot ist ein großer Stützpunkt von SAP mit Meisterschaftsgolfplatz. Und die Nähe zur Pfalz und Frankreich garantiert super Restaurants.

Als Fazit kann ich sagen, der See ist ein lohnenswertes Tauchgebiet, das auch für Nichttaucher viel zu bieten hat. Allerdings kann ich mir vorstellen, daß er in der Ferienzeit zu voll ist. Und man sollte mit den anderen Tauchgruppen die Einstiegszeit und Ort absprechen. Wir hatten das Pech, beim Ausstieg mit einer Anfängergruppe zu kollidieren, der aufgewirbelte Schlamm hat den Blick auf den Computer unmöglich gemacht.

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