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Specialty Underwater Navigator – von Anja Hormeß

Am 15. August 2003 war es mal wieder soweit, um 17:00 Uhr trafen meine Buddies Astrid, Sonja, Christian, Friedrich, Jörg und ich in der Casa Kirsch ein um den Specialty "Underwater Navigator" in Angriff zu nehmen.

Nach einem ausführlichen Theorieteil verstauten wir noch schnell unsere Ausrüstung im Transit der DWK und verabredeten uns für den nächsten Morgen um am Happurger Baggersee den praktischen Teil unserer Ausbildung zu absolvieren. Klar, bereits im OWD und auch im AOWD hatten wir einiges über das Thema Navigation gelernt, doch wir alle waren schon immer von der Präzision fasziniert, mit der uns unsere Tauchlehrer und Divemaster stets zur Einstiegsstelle oder zum Boot zurückgeführt haben. Eine Fähigkeit die wir uns auch aneignen wollten, und die meiner Meinung nach einen erheblichen Sicherheitsgewinn mit sich bringt. Am Happurger Baggersee angekommen schlugen wir zunächst unser Lager, Pavillon plus Bierzeltgarnitur, auf und machten erste Trockenübungen mit Handtuch und Kompass auf der Liegewiese.

Mich als Happurger-Neuling faszinierte vor allem die traumhafte Lage und das Ambiente am See. Warum waren wir hier denn nicht schon öfter zum Tauchen? Eine Frage, die der See unmittelbar beim ersten Abtauchen für mich beantwortete, die Sicht war ideal, allerdings leider nicht für einen entspannten Spaß-Tauchgang sondern ausschließlich zum Zweck der Kompassnavigation. Der Happurger beeindruckte mich durch eine Sichtweite so um die 50 cm. Ok, Jammern hilft nix, also rein, abtauchen und auf der 30 Meter Teststrecke Flossenzyklen zählen um zukünftig Entfernungen besser abschätzen zu können.

Für Friedrich war leider bereits beim Abtauchen Schluß. Das Ohr spielte nicht mit. Anschließen hatten alle noch ein Mal die Gelegenheit Ihre Fähigkeiten am, aus dem AOWD bekannten, Viereck auszuprobieren. Eine Übung die bei allen bereits richtig gut klappte. Nach diesem ersten Tauchgang und einem kleinen Imbiss ging es auf einen benachbarten Acker. Hier wurden in bewährter Weise mit Handtuch und Kompass Umkehrkurse, Vierecke, Fünfecke etc. navigiert. Eine Trockenübung, die sich später unter Wasser als extrem hilfreich herausstellen sollte.

Nach diesem "Verdauungsspaziergang" ging es wieder ins Wasser, ausgehend vom Bojenseil sollte nun ein Fünfeck navigiert werden. Wolfgang hatte uns die jeweiligen Kurse auf einer Schreibtafel vorgegeben. Im Buddy-Team machten wir uns nun also daran das Gelernte in die Tat umzusetzen. Es ist wirklich faszinierend und ein unheimlich starkes Gefühl wenn es einem gelingt trotz der schlechten Sicht lediglich einen Meter vom Bojenseil entfernt wieder aufzutauchen. Nach diesem Tauchgang brachen wir wieder gen Erlangen auf um die Flaschen für den nächsten Tag zu füllen. Schließlich stand am Sonntag ja noch ein weiterer Tauchgang für uns an. Am Sonntag das bewährte Bild, Pavillon aufbauen, Biertische aufstellen, aufröteln und ab ins Wasser. Hier hatten wir dann Gelegenheit das bisher gelernte zu wiederholen. Das Fünfeck klappte bei allen wieder hervorragend und auch der lange Geradeauskurs, denn Wolfgang sich für uns ausgedacht hatte stellte niemanden mehr vor ernsthafte Problem. Nachdem wir nun an Land noch die natürlich Navigation anhand von Referenzpunkten ausprobiert hatten, ging es zurück nach Erlangen. Auf einen Spaß-Tauchgang wollte sich nun doch niemand mehr einlassen. Hier konnten wir dann unsere Pics ausfüllen und die Gratulation von Wolfgang entgegennehmen.

Mir hat dieser Kurs unheimlich viel gebracht. Der Kompass ist für mich ein elementares Teil meiner Ausrüstung geworden und gibt mir das gute Gefühl immer zu wissen, wo ich mich gerade befinde. Ich denke, ich spreche hier für alle Kursteilnehmer, wenn ich sage, dass wir nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Kurses unter den beschriebenen Bedingungen alle ein gutes Stück größer waren. Ein herzliches Dankeschön an die hervorragenden Buddies, es war wie immer ein Vergnügen mit euch zu tauchen, und natürlich an Wolfgang, Jonni und Martin, die uns das komplette Wochenende hervorragend betreut haben.

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