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Scubuddies auf Pilgerreise / Die boot 2003 – von Silvio Scheel

Was bringt einen Menschen dazu in aller Herrgottsfrühe aufzustehen, sich über vier Stunden den Hintern wund zu sitzen, dann den ganzen Tag die Füße platt zu laufen, um nach abermaliger stundenlanger Belastung des Hinterteils todmüde ins Bett zu fallen?

Nun, einmal jährlich öffnet die „boot“, das Mekka aller europäischen Wassersportfreaks seine Tore auf dem Düsseldorfer Messegelände um als Plattform für Neuheiten, Schnäppchen, Kontakt- und Jobbörse rund um das feuchte Element zu dienen. Die Bandbreite der Aussteller umfasst hier wirklich alles, was auch nur im Entferntesten mit Wasser zu tun hat, wobei für uns Taucher ganz besonders die Halle 3 den großen Reiz darstellt.

Ganz klar also, dass eine Absendung der Scubuddies diesen Pflichttermin schon lange im Kalender angestrichen hatte. Somit brach am 24.01.03 nach sehr kurzer Nacht ein Buddyteam bestehend aus Martin, Anja, Jörg und Silvio Richtung Düsseldorf auf. Gott sei Dank dass sich der Wetterbericht geirrt hatte und wir schnee- und glücklicherweise staufrei nach knapp vier Stunden an unserem Ziel ankamen.

Gutmütig vertrauten wir uns auf dem ca. hundertfußballfeldgroßen Parkplatz den Mitarbeitern der Parkplatzverteilung an und betraten nach kurzem Bustransfer die heiligen Hallen. Als ich für mich persönlich den Plan erstellte mir alles anzugucken, war ich mir wohl der Dimensionen des Geländes noch nicht bewusst gewesen! Glaubt mir, es ist kaum möglich allein die vielen Eindrücke der „Tauchhalle“ an einem einzigen Tag zu verarbeiten, von Boots-, Surf- oder Wasserskizubehör ganz zu schweigen!!

Mittlerweile durch ein weiteres Scubuddiesmitglied verstärkt (nach Zufallsbegegnung mit Friedrich), schlenderten wir erst mal alle zusammen die Gänge zwischen den Ständen der Hersteller, Tauchgeschäfte, Reiseanbieter, Verbände und Zeitungen ab. Witzig, dass es keine zehn Minuten dauerte und wir aufgrund unseres Scubuddies-Logos auf der Brust angesprochen wurden: „Scubuddies, Ihr seid aus Erlangen, richtig?“ Ja, unser Name ist auch über regionale Grenzen hinweg bekannt.

Nachdem wir uns endlich einen ersten Grobüberblick verschafft hatten, beschlossen wir jeder auf eigene Faust tiefer ins Gewühl einzutauchen. Ein Tauchgang mit fünf Guides geht schließlich auch selten gut, wenn einer an die Steilwand will, der andere zum Wrack, der nächste tief, und die beiden übrigen ganz woandershin. So hatte jeder die Möglichkeit sich das anzuschauen, was für ihn auch wirklich interessant war: Anja, natürlich von ihrem Liebsten Martin begleitet, ging z.B. auf die Suche nach einem Trocki und einem IQ-Logbuch. Für Jörg und mich hingegen war es u.a. wichtig, Fortuna zu einem Spielchen herauszufordern…..bei ca. elfundzwölfzig Gewinnspielen muss doch wenigstens ein Hauptpreis dabei sein …. ! Aber natürlich wollte ich auch die Gelegenheit nutzen, möglichst viel Informationsmaterial von verschiedensten Artikeln und Urlaubsländern in meine am Ende bis obenhin gefüllten Tüten unterzubringen. Ganz besonders freute ich mich, den einen oder anderen Kontakt zu knüpfen; bin mal gespannt, wo's mich dieses Jahr noch hinverschlägt…!

Ziemlich ausgehungert trafen wir gegen Mittag auf einen Happen zusammen und ließen uns von den abwechslungsreichen Veranstaltungen am Tauchturm die Zeit etwas vertreiben. Hierbei kamen wir auch zu einem ersten Resümee, welches die in der einschlägigen Presse diskutierte Meinung weitgehend bekräftigte: die Hersteller halten sich leider immer mehr von der Messe fern, und auch echte Neuerungen sind kaum auszumachen. Allerdings liefern sich dafür die Händler einen Preiskampf, der uns Kunden wirklich einmalige Schnäppchenkäufe ermöglicht. Also wenn Ihr langfristig die Anschaffung von Equipment plant, wartet mit eurer Kaufentscheidung am Besten bis zur boot 2004.

Nachdem wir uns schließlich durch Hot Dog und Bratwurst zu rheinischen Preisen gestärkt hatten, hieß es wieder „auf ins Getümmel“. Allerdings hatte Anja ihre Trocki-Kaufabsichten erst mal verworfen – es ist aber auch nicht wirklich lustig sich bei den Anproben jedes Mal einen Satz heiße Öhrlis an den engen Halsmanschetten zu holen. Wenigstens war ihre Suche nach einem Logbuch erfolgreich.

Für Martin und mich als PADI-Divemaster war es natürlich selbstverständlich auch auf dem Messestand unserer Tauchvereinigung vorstellig zu werden. Auf dem Memberforum für Profis informierten wir uns über den neuen EFR-Kurs, der ab Mitte diesen Jahres den Erste Hilfe Kurs MFA ablösen wird. Näheres über diesen Kurs erfahrt Ihr natürlich bei uns oder auf dem Tauchertreff.

Letztendlich gelang es uns doch noch alles ausgiebig zu inspizieren. Wir beschlossen, die verbliebene Zeit in der Halle mit den Luxusyachten zu verbringen. Wow, schnuckelige Böötchen, so groß wie ein Haus und mindestens genauso „günstig“! Mal schauen, was unsere Kassenwärtin Alex von der Anschaffung eines kleinen Scubuddies-Safaribootes hält!?!

Schließlich machten wir uns nach einem langen Messetag per Bus auf in Richtung unseres Parkplatzes. Unser Auto zu finden sollte ja eigentlich kein Problem darstellen. Leider war dann doch noch ein Specialty in Navigation und Suchen und Bergen fällig. Nach zwanzig Minuten wurden wir dann schließlich fündig. Und das Alles nur weil auf unserem Parkausweis Parkzone 15a statt 14e ausgeschrieben war. An dieser Stelle ein kleines Dankeschön an die Messemitarbeiter: es hätte auch schlimmer kommen können! Vielen Dank, dass Ihr uns nicht nach 1a oder 50z geschickt habt!!

Auf der Rückfahrt nach Erlangen galt es vor Allem unseren Fahrer Martin wach zu halten. Dem sei an dieser Stelle mal ein großes Lob gewidmet: er hat diesen Ausflug nicht nur organisiert, sondern hat uns auch noch die fast 900 Kilometer sicher hin und zurück gebracht (Außerdem hat er super Butterstullen geschmiert) !!

Um uns die Zeit zu vertreiben schlug ich einige typische Autobahnspiele vor… leider fand Anja meine Idee zu „ich sehe was, was Du nicht siehst“ nicht gerade berauschend (ich hab sie in finsterster Nacht nach etwas schwarzem suchen lassen)! Dafür stellte sich das nach Themen geordnete (fragt nicht welche) "ich packe meinen Koffer" als wahrer Lachmuskelreizer heraus. Tja, wäre die Müdigkeit nicht derart groß gewesen, wären wir für die abends in Erlangen stattfindende Erotik-Messe ebenfalls bestens vorbereitet gewesen.

Stattdessen beendeten wir unsere „Bootsfahrt“ bei einem leckeren Essen und nahmen uns vor, nächstes Jahr wieder nach Düsseldorf zu pilgern.

Denn: die boot ist immer noch eine Reise wert!!

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